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17.03.2015
Stiftungsprofessorin Leuchter zieht Resümee

2008 richtete die Deutsche Telekom Stiftung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster die Stiftungsprofessur „Naturwissenschaftliche Früherziehung“ ein, die Miriam Leuchter seit rund drei Jahren bekleidet. Seit Jahresbeginn wird die Professur von der Universität allein weitergeführt. Im Interview zieht Miriam Leuchter Resümee über ihre Zeit in Münster.

Frau Professor Leuchter, zu Beginn Ihrer Zeit an der westfälischen Universität berichteten Sie von Ihren geplanten Vorhaben. Was haben Sie in den drei Jahren erreicht und wie sieht ihr Fazit aus?

Leuchter: Das Projekt „Kinder lernen Naturwissenschaften und Technik“, abgekürzt KiNT:E, wurde sehr erfolgreich eingeführt und stößt auf große Resonanz. Seit der Eröffnung haben insgesamt schon über 600 Personen daran teilgenommen und beispielsweise Weiterbildungen für Eltern, pädagogische Fachkräfte und Grundschullehrkräfte in den Themen Statik und Magnetismus besucht.
Die Studierenden des Sachunterrichts an der Universität sind sehr interessiert an Konzepten für eine Kooperation zwischen Kita und Grundschule. Das Interesse freut mich sehr, da die Übergänge im naturwissenschaftlichen Lernen und damit zusammenhängende sprachliche und mathematische Kompetenzen durch gute Kooperationskonzepte erleichtert werden können. Bezüglich der Forschung konnte ich in Kooperation mit anderen Universitäten eine Vielzahl von Projekten zum naturwissenschaftlichen Lernen von Vorschul- und Grundschulkindern sowie zu den Wirkungen früher naturwissenschaftlicher Bildung durchführen.

„Mehr lernen vom Lernen der Kinder“ lautet die Vision, mit der Sie Ihre Forschung betreiben. Wie genau kann man sich ein solches Lernen in der praktischen Arbeit vorstellen?

Leuchter: Im bereits erwähnten Projekt „Kinder lernen Naturwissenschaften und Technik“ verfügen wir über ein Spielzimmer, das für die praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Ausbildung von Sachunterrichtslehrkräften sowie für Weiterbildungen von Eltern, pädagogischen Fachkräften und Grundschullehrkräften genutzt wird. Hier erarbeiten wir, wie mit Alltagsmaterialen -  beispielsweise Bauklötze, Kartonstreifen oder –röhren - kindgerechte naturwissenschaftliche Lerngelegenheiten angeboten werden können. Oft ist es eine überraschende Erkenntnis, dass es für naturwissenschaftliche Bildung keiner „effektvollen Experimente“ bedarf, die mit teuren, speziellen Geräten wie zum Beispiel Mikroskopen durchgeführt werden. Naturwissenschaftliche Denk- und Handlungsweisen können mit fast jedem Material erlebt werden! Beobachtungen von Kindern in unserem Spielzimmer spielen bei dieser Erkenntnis eine wichtige Rolle: Forschende, Pädagogische Fachkräfte, Lehrpersonen und Studierende können gemeinsam Kinder im naturwissenschaftlichen Spiel beobachten und das Geschehen kommentieren. So können verschiedene Perspektiven auf das Lernen der Kinder deutlich gemacht und ausgetauscht werden.

Die Universität Münster führt Ihre Professur weiter. Welche Vorhaben planen Sie für die Zukunft?

Leuchter: Ich habe begonnen, Weiterbildungen vor Ort – also in den Kitas – anzubieten, diese werden sehr gut angenommen. So ist es möglich, passgenaue Anregungen zur naturwissenschaftlichen und mathematischen Bildung zu geben. Diesen Bereich möchte ich gerne ausbauen. Ich werde mich auch dem immer wichtiger werdenden Bereich der sprachsensiblen Bildung in den Naturwissenschaften zuwenden sowie lernwirksame Interaktionen zwischen pädagogischen Fachkräften, Lehrpersonen und Kindern genauer untersuchen. Auch werde ich mich vermehrt den Schnittstellen zwischen naturwissenschaftlicher, mathematischer und sprachlicher Bildung annehmen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg weiterhin in Münster.

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