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Kind mit bunten Händen voll Fingerfarbe

Die offene Kinder- und Jugendarbeit: ein wichtiger Bildungsakteur, aber wenig wahrgenommen

Repräsentative Forsa-Umfrage und qualitative Experteninterviews im Auftrag der Telekom-Stiftung zu den Bildungsleistungen offener Jugendeinrichtungen

Die offene Kinder- und Jugendarbeit leistet einen grundlegenden Beitrag zur Bildung vieler junger Menschen in Deutschland. Davon profitieren vor allem diejenigen, die sich in der Schule schwertun. Wahrgenommen und anerkannt wird die Arbeit der Einrichtungen aber viel zu wenig. Dies sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Deutsche Telekom Stiftung unter Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit und Schulen durchgeführt hat.  

Befragt wurden 300 Vertreter der offenen Kinder- und Jugendarbeit zu ihren Aufgaben und Aktivitäten sowie ihrer Einschätzung, wie ihre Leistungen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. In sechs qualitativen Interviews mit Schulvertretern hat Forsa zudem die Sicht der formalen Bildung auf die Kinder- und Jugendarbeit untersucht.

„Ob Spiel und Sport, Basteln und Technik oder Hilfe bei schulischen Aufgaben: Mit ihren Angeboten eröffnet die Kinder- und Jugendarbeit oftmals gerade denjenigen Bildungszugänge, die sich in der Schule schwertun“, sagt Professor Dr. Wolfgang Schuster, Vorsitzender der Telekom-Stiftung. „Wer mehr Chancengerechtigkeit will, sollte auch auf die offene Kinder- und Jugendarbeit setzen – und sie unterstützen, ideell wie finanziell.“

Bildungsangebote im engeren Sinne machen die meisten Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit: So geben 73 Prozent der Befragten an, bei der Vorbereitung schulischer Referate und Präsentationen zu unterstützen; 64 Prozent bieten Bewerbungstrainings, 61 Prozent Berufsorientierung. Aber gerade auch die Kernkompetenzen der offenen Kinder- und Jugendarbeit – die Stärkung persönlicher und sozialer Fähigkeiten – helfen vielen jungen Menschen dabei, in Schule und Gesellschaft Fuß zu fassen. 93 Prozent der Befragten stimmen voll und ganz der Aussage zu, mit ihrer Arbeit die Kinder und Jugendlichen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, 90 Prozent sind voll und ganz davon überzeugt, dass die Kinder und Jugendlichen durch sie Kommunikations-, Team- und Konfliktfähigkeit lernen.

Die befragten Schulvertreter bestätigen dies aus ihrer Sicht: Sie nennen die Entwicklung von Persönlichkeit, Selbstbewusstsein, sozialen, kommunikativen und Alltagskompetenzen als besondere Stärken der Kinder- und Jugendarbeit. Und sie betonen: Die offene Kinder- und Jugendarbeit gleiche Defizite aus und wirke damit auch positiv auf das Lern- und Arbeitsverhalten in der Schule.

Foto: "Ich kann was!"-Initiative