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20.03.2017
Lernziel: Lebensfreude

Erst glücklich werden, dann nach den Sternen greifen: In einigen deutschen Schulen stehen ungewöhnliche Fächer auf dem Stundenplan.

Heute haben wir Glück gehabt – seit 2007 antworten Schüler der Heidelberger Willy-Hellpach-Schule auf die Frage, was es in der Schule gab, genau das. Damals führte Ernst Fritz-Schubert, der damalige Leiter der Berufsfachschule, das Fach Glück ein. Lernziel: Lebensfreude. „Der Begriff Bildung beschreibt heute nur noch den Bereich Schule und hat sich vom ursprünglichen Bildungsanspruch im Sinne der Erziehung von Jugendlichen zu gebildeten und kultivierten Menschen verabschiedet“, erläutert Fritz-Schubert. Das Fach Glück bilde und kultiviere, indem es die persönlichen Anlagen und Möglichkeiten der Jugendlichen aufgreife und weiterentwickle. Das Projekt hat im Wortsinn Schule gemacht: Inzwischen steht bundesweit an rund 30 Schulen Glück auf dem Stundenplan.

Glück ist nicht das einzige ungewöhnliche Unterrichtsfach an deutschen Schulen. In Zell an der Mosel erhalten Gesamtschüler Unterstützung beim Erwachsenwerden. Im gleichnamigen Fach lernen die Jugendlichen von der 5. bis 9. Klasse mit zwischenmenschlichen Konflikten und Alltagsproblemen umzugehen. Ebenfalls Mut und Selbstvertrauen gewinnen Schüler der Evangelischen Schule Berlin Zentrum im Fach Herausforderungen. Höhepunkt ist eine dreiwöchige Tour, auf der die Schüler sich neuen Lebenssituationen stellen – etwa in kleinen Gruppen ohne Lehrer und mit begrenzten Geldmitteln ins Ausland reisen.

Petri Heil!

Zum Anbeißen ist ein Schulfach im seenreichen Brandenburg. Weil dort Angeln Volkssport ist, bringen es die Lehrer ihren Schülern bei. Mittlerweile wird Angeln als AG angeboten, doch mehrere Jahre war das Fischefangen Wahlpflichtfach. In jedem Schuljahr üben sich zwischen 2.000 und 3.000 Schüler im Umgang mit Köder und Rute und lernen etwas zu Gewässer- und Naturschutz.

Schüler in Ost-Bundesländern erhalten mit einem anderen außergewöhnlichen Fach Einblick in Naturwissenschaften: Astronomie. Das Fach hat in den Ostländern Tradition. Im Westen ist die Sternenkunde, wenn sie überhaupt auftaucht, Teil etwa des Physikunterrichts. Auf „Kresch-Kurs“ sind Schüler der 8. bis 10. Klassen der Gesamtschule Weierheide in Oberhausen: Im Wahlpflichtfach Kreative-Schule (Kresch) singen, tanzen, filmen, musizieren sie oder spielen Theater.

Fest steht: Wer Kreativität, Lebensfreude oder Angeln auf dem Stundeplan hat, der ist doch der wahre Glückspilz!

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