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Coverbild der Publikation Arbeitszeit in Schule neu gestalten
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Telekom-Stiftung mit Vorschlägen zur Reform des Deputatsmodells

Erste Ergebnisse aus Projekt Freiräume(n) für eine andere Arbeitszeitorganisation an Schule – Materialien richten sich an Schulleitungen und Bildungsverwaltung – Ergebnisse sind Grundlage für Pilotvorhaben im Bundesland Bremen

Bonn: Viele Bundesländer diskutieren derzeit über eine mögliche Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte. Die Deutsche Telekom Stiftung unterstützt diesen Prozess mit dem Ziel, eine grundlegende Reform der Arbeitszeitorganisation in Schule zu erreichen. Wie erste Schritte hin zu einer Neuordnung dabei schon heute möglich sind, zeigen Ergebnisse aus dem Projekt Freiräume(n). Arbeit an Schule anders organisieren, die die Stiftung jetzt veröffentlicht. In dem Vorhaben haben Schulleitungen und Lehrkräfte von bundesweit 13 Schulen ihre eigenen Erfahrungen und Konzepte eingebracht und gemeinsam Handlungsempfehlungen entwickelt.

„Der Lehrerberuf hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten stark verändert. Im geltenden Arbeitszeitmodell, das allein das Deputat definiert, spiegelt sich das aber überhaupt nicht wider“, sagt Jacob Chammon, Geschäftsführer der Telekom-Stiftung. „Mit einer Neuorganisation der Arbeitszeit können wir nicht nur Arbeit in Schule fairer verteilen, was Lehrkräfte entlasten und ihre Motivation steigern würde; ein neues Modell würde dort auch viel pädagogische Energie freisetzen, etwa durch verbindliche Zeiten für Teamarbeit oder für kollegiale Fortbildungen. Die im Projekt Freiräume(n) bottom-up entwickelten Materialien zahlen genau darauf ein und können Vorbildcharakter haben – für andere Schulen, aber auch für Schulaufsichten, die im bestehenden System erste Veränderungen erreichen wollen“, so Chammon.

Alle Praxismaterialien richten sich an Schulleitungen und ihre Teams und unterstützen sie dabei, pädagogische Qualität mit guter und gesunder Arbeitsorganisation in Einklang zu bringen. Zielgruppe sind darüber hinaus Vertreterinnen und Vertreter der Bildungsverwaltung. In der derzeit laufenden Phase 2 der Praxiswerkstatt werden die einzelnen Bausteine an Schulen erprobt, evaluiert und weiterentwickelt.


Bremer Pilotprojekt nutzt Freiräume(n)-Ergebnisse

Die Ergebnisse aus Freiräume(n) fließen auch in ein Pilotprojekt zur Lehrkräftearbeitszeit im Bundesland Bremen ein. Dort sollen im kommenden Schuljahr die Lehrkräfte von neun Pilotschulen ihre Arbeitszeit systematisch und unter Berücksichtigung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes digital erfassen. Die Telekom-Stiftung unterstützt das Bremer Projekt. „Die Freiräume(n)-Ergebnisse sind für uns so wertvoll, weil sie nicht im Elfenbeinturm von Wissenschaft und Politik entstanden sind, sondern auf direktem Weg aus der Schulpraxis kommen“, sagt Mark Rackles, Senator für Kinder und Bildung in Bremen. „In Bremen erproben wir jetzt mithilfe der Stiftung, ob wir über den Weg der Erfassung langfristig tatsächlich zu einer neuen Arbeitszeitorganisation kommen können.“

Die Ergebnisse aus der ersten Phase von Freiräume(n) stehen ab sofort mit einer ausführlichen Projektdokumentation zum Herunterladen bereit:
www.telekom-stiftung.de/freiraeumen.