Freiräume(n) – Arbeit an Schule anders organisieren
Schulen gestalten neue Wege für kollegiale Zusammenarbeit und Entwicklung
Wie können Schulleitungen die Arbeit ihrer Lehrkräfte so organisieren, dass mehr Zeit für kollegiale Zusammenarbeit, für professionelle Entwicklung und pädagogische Innovationen bleibt? Das Werkstattprojekt Freiräume(n) geht dieser Frage nach. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis: Das gültige Arbeitszeitmodell der Lehrkräfte – das sogenannte Deputatsmodell – lässt kaum Spielräume für andere Organisationsformen. Gemeinsam mit einem bundesweiten Schulnetzwerk entwickeln wir Ansätze für eine flexiblere Arbeitszeitorganisation.
Die Ergebnisse der ersten Werkstattphase stehen hier zur Verfügung. Sie richten sich gezielt an Schulleitungen und ihre Teams. In einem „Meet the Experts“ am 17. März können diese zudem lernen, wie sie die Materialien bestmöglich nutzen.
In der zweiten Werkstattphase werden die Materialien mit weiteren Schulen erprobt und finalisiert. Ziel ist es zudem, neue Themen zu identifizieren und zu bearbeiten, die wichtig für eine Neuorganisation der Lehrkräftearbeitszeit sind.
Fünf Bausteine ermöglichen Schulleitungen und ihren Teams, erste Schritte in Richtung einer neuen Arbeitszeitorganisation zu gehen. Die Dokumente liegen hier als Prototypen vor. In Projektphase 2 werden sie an Schulen erprobt, evaluiert und weiterentwickelt.
An den Ergebnissen der ersten Werkstattphase von Freiräume(n) haben die folgenden Schulen mitgewirkt:
- Alemannenschule Wutöschingen, Baden-Würrtemberg
- Fürstenberg-Gymnasium Donaueschingen, Baden-Württemberg
- Neue Grundschule Potsdam, Brandenburg
- Grundschule Borchshöhe, Bremen
- Grundschule Sodenmatt, Bremen
- Josephine-Baker-Gesamtschule Frankfurt a.M., Hessen
- Gymnasium an der Gartenstraße, Mönchengladbach, Nordrhein-Westfalen
- Helios Gemeinschaftsschule, Köln, Nordrhein-Westfalen
- Ratsgymnasium Minden, Nordrhein-Westfalen
- Ritzefeld-Gymnasium Stolberg, Nordrhein-Westfalen
- Private Grundschule der IBB Dresden, Sachsen
- Private Oberschule und Gymnasium der IBB Dresden, Sachsen
- Grundschule Hafenstraße Elmshorn, Schleswig-Holstein
Die folgenden Schulen wurden für die zweite Projektphase neu in das Netzwerk aufgenommen:
- Oberschule an der Lerchenstraße, Bremen
- KGS Niederrad, Frankfurt a.M., Hessen
- IGS Garbsen, Niedersachsen
- Hochwald Gymnasium Wadern, Saarland
- Kirchbergschule Schwalbach, Saarland
- Friedrich-Schiller-Schule Heusweiler, Saarland
- Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium Dresden, Sachsen
- Universitätsschule Dresden, Sachsen
- Grundschule Borgstedt, Schleswig-Holstein
- Friedrich-Adolf-Richter Schule Rudolstadt, Thüringen
- Freie Ganztagsschule „Leonardo“, Jena, Thüringen
- Schlossschule Neustadt/Orla, Thüringen
Mark Rackles ist seit Oktober 2025 Senator für Kinder und Bildung in Bremen. 2023 erstellte er – damals noch als freiberuflicher Politikberater – im Auftrag der Telekom-Stiftung eine Expertise zur Reform des Deputatsmodells. Für die Stiftung war das Papier die Initialzündung, sich weiter mit dem Thema Lehrkräftearbeitszeit zu beschäftigen und das Projekt Freiräume(n) aufzusetzen.
Das Deputatsmodell definiert Lehrkräftearbeitszeit allein über die Anzahl der zu leistenden Unterrichtsstunden. Viele zusätzliche Aufgaben im Schulalltag, bleiben unberücksichtigt – das führt zu Überlastung, macht Schule unflexibel und steht Veränderungen im Weg.
Wir haben deshalb Schulen zusammengebracht, die sich bereits auf den Weg gemacht haben, ihre Arbeitsorganisation neu zu denken. Ihre Erfahrungen – etwa mit festen Präsenz- und Teamzeiten oder mit Arbeitszeiterfassung – teilen sie im Projekt Freiräume(n). Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die andere Schulen übernehmen können – und die Lehrkräftearbeitszeit vom Hindernis zum Hebel für Veränderung machen.
Die Ergebnisse aus Freiräume(n) fließen auch in ein bundesweit vielbeachtetes Pilotprojekt im Bundesland Bremen ein. Dort sollen ab dem Schuljahr 2026/27 die Lehrkräfte von neun Pilotschulen ihre Arbeitszeit systematisch digital erfassen.