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Schülerin sitzt nachdenklich am Schreibtisch vor Unterlagen und Laptop.
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Dr. Thomas de Maizière und Jacob Chammon zu den PISA-Ergebnissen

Dr. Thomas de Maizière, Vorsitzender der Telekom-Stiftung, und Jacob Chammon, Geschäftsführer, kommentieren die PISA-Ergebnisse 2022

Bonn: „Die gestern vorgestellten Ergebnisse der PISA-Untersuchung für Deutschland sind desaströs. Jetzt darf niemand, dem die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen am Herzen liegt, zur Tagesordnung übergehen. Vielmehr müssen wir uns alle fragen, womit und wie wir die Situation verbessern können.

Mittelfristig müssen aus unserer Sicht zum Beispiel im Rahmen einer großen Staatsreform die unsystematischen Zuständigkeiten für Bildung im Grundgesetz auf den Prüfstand. Kurzfristig braucht es eine gemeinsame Kraftanstrengung aller Akteure, wenn wir den negativen Trend in der Bildung wirklich nachhaltig umkehren wollen. Wir sollten endlich anfangen, ernsthaft zusammenzuarbeiten, dabei auch neue Fragen stellen und neue Lösungen suchen, statt ständig mehr vom Bewährten zu tun.

Es muss uns in Deutschland gelingen, die Grundkompetenzen besser zu fördern, genug gute Lehrkräfte aus-, fort- und weiterzubilden und dabei auch Quer- und Seiteneinsteiger zu berücksichtigen. Die Schulen sollen sich öffnen: für Bibliotheken, Museen, Makerspaces, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Musikschulen, Sportvereine usw. Das entlastet die Schulen, verbreitert den Blick und motiviert die Schülerinnen und Schüler.

Wir müssen mehr Digitalität in der Bildung fördern und wir müssen anerkennen, dass wir in Deutschland deutlich mehr für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte und mit schlechterem sozioökonomischen Hintergrund tun müssen. Wir brauchen gute Angebote für alle Kinder und Jugendlichen. Hier wäre es wichtig, dass das Startchancenprogramm und auch der Digitalpakt 2.0 schnellstmöglich beschlossen und umgesetzt werden.

Für alle Herausforderungen, vor denen das deutsche Bildungssystem steht, gibt es keine einfachen, schnellen Lösungen. Veränderung braucht langen Atem. Wichtig ist es aber jetzt, den ersten Schritt zu tun und gemeinsam anzufangen. Wir als Deutsche Telekom Stiftung werden Teil der Lösung, Treiber, Innovator und Ermutiger sein. Es gibt kein Patentrezept, aber viele wichtige Schritte hin zum Besseren.“