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Lehrerin hilft Schüler am Computer

Zeitgemäßes Lernen in der digitalen Welt

DIGITALE MEDIEN – Das Projekt Schule interaktiv und sein Einfluss auf die Bildung in der digitalen Welt.

DIE DEUTSCHE TELEKOM STIFTUNG WIRD IN DIESEM JAHR 15 JAHRE ALT. DER BEITRAG ERSCHEINT ANLÄSSLICH DIESES JUBILÄUMS.


Manchmal ist es das größte Kompliment, wenn andere die eigenen Ideen und Konzepte übernehmen. „Der Umgang mit der Digitalisierung im Schulbereich – wie im Bereich der Hochschullehre auch – folgt dem Primat des Pädagogischen und muss in pädagogische Konzepte eingegliedert sein, in denen das Lernen im Vordergrund steht. Da die Entwicklung von Kompetenzen für die digitale Welt Aufgabe aller Fächer ist, ist es Ziel der Kultusministerkonferenz, dass möglichst bis 2021 jede Schülerin und jeder Schüler, wenn es aus pädagogischer Sicht im Unterrichtsverlauf sinnvoll ist, eine digitale Lernumgebung und einen Zugang zum Internet nutzen können sollte.“ Mit diesen Sätzen hat die Kultusministerkonferenz der Bundesländer im Dezember 2016 ihre Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ auf den Punkt gebracht und so die inhaltliche Stoßrichtung des DigitalPakts Schule bestimmt. Auf der Grundlage des DigitalPakts will der Bund ab 2019 fünf Milliarden Euro nachhaltig in die digitale Infrastruktur der Schulen investieren. 

Was sich heute beinahe wie Allgemeingut zum Thema „Unterricht mit digitalen Medien“ liest, beruht auf akribischer Pionierarbeit im Vorfeld. Bereits im Jahr 2005 hat die Deutsche Telekom Stiftung mit ihrem Projekt Schule interaktiv maßgeblich die Grundlagen geliefert, wie sich Laptops, Tablets, interaktive Tafeln, Lernsoftware und das Internet sinnvoll in den Unterricht integrieren lassen. Gemeinsam mit vier weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen entwickelte die Stiftung Konzepte für den pädagogischen Einsatz digitaler Medien im Unterricht – wohl gemerkt: nicht als Kopfgeburt vom grünen Tisch, sondern mitten aus dem Leben der Lehrer vor Ort in ihren Schulen. 

Unterrichtsqualität verbessert
Ob im Geschichtsunterricht oder beim Erwerb des Bohrmaschinenführerscheins im Fach Werken, Technik, Hauswirtschaft oder beim Mathe-Pauken: Der Einsatz der neuen Medien machte mitunter trockene Themen zu einer spannenden Angelegenheit. Die Schüler ließen sich durch Filmaufnahmen inspirieren, sie diskutierten, mussten Informationen im Internet selber suchen und ihre Wertigkeit überprüfen. Die Lehrer wechselten zwischen dem Frontalunterricht und der Gruppenarbeit am Laptop; sie lenkten die Recherche und moderierten die Diskussion. Auf diese Weise entwickelten die Pädagogen Modelle, wie sich mithilfe digitaler Technik die Unterrichtsqualität deutlich verbessern lässt. Weiterer positiver Effekt: Kinder und Jugendliche konnten individueller gefördert werden, die Interaktion zwischen Lehrer und Schüler wandelte sich, die Lehrerrolle wurde moderierender sowie partnerschaftlicher und die Schüler übernahmen mehr Selbstverantwortung für ihren Lernprozess. 

Dabei war für die Lehrer ebenso wie die Stiftung der Weg zur Erkenntnis das Ziel. Und auf diesem Weg erhielten beide handfeste Unterstützung durch ein begleitendes wissenschaftliches Team aus Medienpädagogen der Technischen Universität Darmstadt unter der Leitung von Professor Werner Sesink.

Damit die Lehrer die Früchte ihrer Arbeit letztlich ernten konnten, mussten sie selbst eine Menge investieren. Mit einer hohen Bereitschaft zur Fortbildung legten sie den Grundstein für den Projekterfolg. Hinzu kam eine überdurchschnittliche Aufgeschlossenheit für neue Ideen und eine starke Teamorientierung über die Grenzen der eigenen Schule hinaus. Denn der Blick über den Tellerrand war buchstäblich der Kern des Projekts: Die an den Schulen im Projekt Schule interaktiv eingebundenen Lehrer trafen sich zu Workshops und besuchten sich gegenseitig, auch wenn die Zeit bei laufendem Schulbetrieb begrenzt war. Um ständig in Kontakt treten zu können und um sich über die Entwicklungsprozesse auszutauschen, wurde zudem eine internetbasierte Kommunikationsinfrastruktur geschaffen. Durch diese virtuelle Plattform, die Schulen in drei verschiedenen Bundesländern vernetzte, konnten die Lehrer jederzeit Informationen austauschen, Materialien abrufen und miteinander arbeiten. Durch dieses Paket an Aktivitäten waren Synergieeffekte möglich, beispielsweise gemeinsame Unterrichtsvorhaben oder gemeinsame Fortbildungen sowie der Transfer von Wissen, etwa beim Entwickeln von Medienkonzepten. 

Übergang auf Bundesländer
Denn nicht jede Schule muss das Rad neu erfinden. Die kreativen Kräfte zum Nutzen aller Schulen aktivieren, darum ging es bei Schule interaktiv. Daher blickte die Projektinitiatorin Deutsche Telekom Stiftung von Anfang an in die Zukunft und stellte sicher, dass die Projektergebnisse für die Entwicklung anderer Schulen gesichert und zur Nachahmung anregen würden. So gaben die ursprünglich vier Projektschulen nach zwei Jahren ihr Wissen an 15 andere Schulen weiter – die lernende Schule übernahm die Rolle einer lehrenden Schule. Und nach fast sechs Jahren ging das Projekt Schule interaktiv im Juli 2010 schließlich offiziell in die Verantwortung der Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen über.

Seitdem treibt die Telekom-Stiftung ihr Engagement für das Lehren und Lernen mit digitalen Medien weiter voran: Ob im neu gegründeten Forum Bildung Digitalisierung, in Projekten wie Berufsschule digital oder in zahlreichen Studien zum Thema liefert die Stiftung auch künftig die Grundlagen für zeitgemäße Bildung in der digitalen Welt.

 

IMPRESSIONEN: 15 JAHRE DEUTSCHE TELEKOM STIFTUNG

Autor: Karsten Taruttis / Fotos: Deutsche Telekom Stiftung