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Heiko Schabernack in seinem Büro

Schnelle Hilfe vor Ort statt langer Leitung

Wenn es bei der IT mal wieder klemmt: Heiko Schabernack ist hauptamtlicher Systemadministrator an der Europaschule Bornheim

Da sind guter Rat und schnelle Hilfe gefragt: Wenn die Rechner, die Server oder die Tablets in der Schule mal wieder nicht so wollen, wie sie sollen. In der Europaschule in Bornheim ist das kein Problem; dort sorgt Heiko Schabernack als hauptamtlicher Systemadministrator rund um die Uhr dafür, dass die IT stabil funktioniert. Lange Wartezeiten? Ausgefallene Stunden wegen defekter Technik? Das war einmal.

Um 7 Uhr, lange vor Unterrichtsbeginn, startet Heiko Schabernack seinen Tag an der Europaschule in Bornheim. Denn wenn die Schüler oder Lehrer sich krankmelden und der Vertretungsplan entworfen wird, müssen die Serversysteme bereits online sein – und vor allem perfekt funktionieren. Immer wieder stehen Wartungsarbeiten und Updates der Schul- und Verwaltungsnetze sowie das Einrichten von E-Mail-Accounts auf Schabernacks To-do-Liste. Hinzu kommen die rund 300 schuleigenen Rechner – von Tablets über Laptops bis zu Desktop-Computern – die in Schuss zu halten sind. Und vor allem: Irgendwo hakt immer irgendetwas. So wie jetzt: Andreas Kreutzer, stellvertretender Schulleiter, klingelt durch in Schabernacks Büro. Virenalarm meldet das schuleigene E-Mail-System. Kein Grund zur Panik für den erfahrenen IT-Spezialisten, mit ein paar gezielten Handgriffen ist das Problem schnell wieder behoben. Kurz darauf klopft es an der Bürotür. Eine Lehrerin kann die Datei auf dem Rechner in Raum X nicht abspielen, da das passende Programm nicht installiert zu sein scheint. Geduldig erklärt Schabernack der Pädagogin, wie sie ihre Datei mit der brandaktuellen Open-Source-Software dennoch nutzen kann. Problem im Handumdrehen gelöst – mal wieder.

„Ohne meine Azubis könnte ich dieses Pensum gar nicht bewältigen“, schildert Schabernack. Seit seinem Start im Jahr 2004 hat er bereits 26 junge IT-Fachkräfte betreut und ausgebildet. „Auch die Schüler packen mit an, wenn zum Beispiel im Unterricht mal ein Netzwerkkabel falsch gesteckt ist“, erläutert der Computer-Experte, der zusätzlich zu seiner Arbeit auch die „Aula AG“ betreut: Jugendliche lernen hier, wie sie die IT-gesteuerte Licht- und Bühnentechnik beherrschen können.

Den Funken der Begeisterung für seinen Fachbereich zündet Heiko Schabernack bei den Schülern auch auf andere Weise. Denn der 44-Jährige gibt in der Europaschule den Informatikunterricht bis zur elften Jahrgangsstufe. Dafür meisterte der „Computernerd“ – O-Ton Schabernack – eigens den Quereinstieg in den Lehrerberuf. Seit 2007 ist er neben seiner Tätigkeit als Systemadministrator fest angestellte Lehrkraft. In seinem Unterricht steht neben HTML, Videos und Animationen vor allem das Programmieren mit der Computersprache „Scratch“ auf der Tagesordnung. Darüber hinaus erfahren die Jugendlichen, wie sie Hardware leicht selber konfigurieren.

„Als Lehrer kann ich mich gut in die Position meiner Kollegen hineinversetzen“, erklärt Schabernack. „Wenn man vor einer Klasse steht und einen anspruchsvollen Unterricht mit digitalen Medien geben möchte, muss man sich darauf verlassen können, dass die IT hundertprozentig funktioniert. Denn eine durch streikende Technik verlorene Stunde kann einem niemand zurückbringen.“ Dies gelte umso mehr für jene Lehrer, die sich trotz begrenzter Computerkenntnisse bewusst auf das digitale Neuland wagen. „Aber auch junge Pädagogen sind rundum begeistert, dass sie hier vor Ort ihren festen Ansprechpartner stets erreichen können“, bestätigt Schabernack.

Daher kann der IT-Experte andere Schulen nur ermutigen, dem Weg der Europaschule zu folgen und einen hauptamtlichen Systemadministrator einzusetzen. „Dies wird im Zuge der neuen Datenschutzrichtlinie künftig immer wichtiger, wenn Lehrer für ihre Arbeit nur noch schuleigene Computer nutzen dürfen“, erläutert Heiko Schabernack. „Gar nicht auszudenken, wie man dieses Pensum mit externen Kräften stemmen soll!“ Und schon wieder klopft es an seiner Bürotür …

 


Cover Umfrage Schule digitalDamit Pädagogen den längst überfälligen Schritt zum digitalen Klassenzimmer wagen, braucht es neben einer zeitgemäßen IT-Ausstattung vor allem einen funktionierenden technischen und pädagogischen Support in den Schulen. Wie diese Unterstützung derzeit funktioniert und wo Optimierungsbedarf besteht, das zeigt eine aktuelle Studie der Telekom-Stiftung zum Thema.

 

Das sagen die befragten Schulleitungen und -träger zum pädagogischen und diaktischen Support an Schulen:

Autor: Karsten Taruttis