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Bücherstapel mit Mütze, Brille und Krawatte

Mehr als nur ein Spiel

Bei Schulbesuchen lassen Lehramtsstudierende der TU Berlin junge Menschen ausprobieren, was es bedeutet, als Lehrer vor einer Klasse zu stehen.

Wie fühlt sich Lehrersein an? Macht mir das Spaß? Und was muss ich unternehmen, um selbst einmal vor einer Klasse zu stehen? Die Technische Universität Berlin geht mit Unterstützung der Deutsche Telekom Stiftung einen neuartigen Weg, um Schüler für den Job der Berufsschullehrkraft zu begeistern. Dabei setzen die Mitarbeiterinnen der Hochschule auch Gummibärchen, Schokoriegel und Smarties ein. Aber bis sich die Schüler der Berliner Oberstufenzentren die Süßigkeiten schmecken lassen können, müssen sie erklären, ausprobieren, diskutieren und bewerten.

Alles nur ein Spiel. Aber an der TU Berlin ist man sich sicher: So erreicht man junge Menschen, die zuvor kaum auf die Idee gekommen sind, dass auch eine Berufsschule attraktive Arbeitsplätze zu bieten hat. Eine wichtige Erkenntnis im stiftungsgeförderten Entwicklungsverbund, in dem sich die Technischen Universitäten Berlin und München der Rekrutierung von Schülern für das Lehramtsstudium widmen. Oberstufenzentren (OSZ) sind eine Besonderheit der Hauptstadt. Ist der erste Schulabschluss geschafft, setzen viele junge Leute ihren Bildungsweg an einem OSZ fort, um einen Beruf zu erlernen, Berufsvorbereitungskurse zu besuchen oder das Abitur bzw. Fachabitur zu erlangen. Schulbesuche der engagierten Lehramtsstudierenden von der TU Berlin starten mit Fragen wie: „Was macht eine gute Lehrkraft aus? Welche Eigenschaften haben Lehrerinnen und Lehrer, bei denen ihr gut lernen könnt?“

Erst geht’s um die Theorie. Die Schüler sammeln ihre Vorstellungen mit Begriffen an der Tafel und bilden Expertengruppen. Für jede Gruppe gibt es eine bestimmte Süßigkeit und eine bestimme Aufgabe. Mit Hilfe einer Anleitung basteln die Experten im Praxisteil Portemonnaies aus Tetrapacks, biegen Wörter aus Draht, bauen Papierflieger, verbinden Drähte für eine Lampe und konstruieren eine stabile Papier-Brücke. In einer zweiten Runde werden diese Experten selbst zu Lehrern. Sie erklären einer neuen Gruppe die Aufgabe theoretisch, leiten sie an und unterstützen sie bei der Durchführung. Wenn die Flieger durch den Raum segeln und die Brücken Porzellantassen tragen, sind Smarties & Co. zum Verzehr freigegeben. Dabei kommen Schüler und Studierende ins Gespräch darüber, wie der Weg über die TU Berlin zum Berufsschullehrer verläuft – und das ist mehr als nur ein Spiel.


SCHULBESUCH IM OBERSTUFENZENTRUM

Autorin: Marion Troja / Fotos: K. Yury/Shutterstock, Dörte Adam