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Pressemitteilung
19.11.2015
Länderindikator 2015: Lehrkräfte in Bremen, Hamburg und Rheinland-Pfalz bewerten das Lernen mit digitalen Medien am besten

Neue Studie belegt: Für Lehrer überwiegen die Chancen digitaler Medien, aber sie brauchen in der täglichen Praxis deutlich mehr Unterstützung – Schulen haben unzureichende IT-Ausstattung und häufig kein Medienkonzept

Bonn: Lehrkräfte in Bremen, Hamburg und Rheinland-Pfalz bewerten das eigene Lehren und Lernen mit digitalen Medien deutlich besser als ihre Kollegen in den übrigen 13 Bundesländern. Das ist eines der Ergebnisse von „Schule digital – Der Länderindikator 2015“. Die Untersuchung, die im Auftrag der Deutsche Telekom Stiftung in diesem Jahr erstmalig erstellt wurde, liefert länderbezogene Informationen zur aktuellen Situation der digitalen Bildung in Deutschland. Basis der Studie ist eine repräsentative Befragung von 1.250 Lehrkräften weiterführender Schulen, die zeigt, dass die Lehrer digitale Medien insgesamt vor allem als Chance für besseren Unterricht begreifen. So schätzt die Hälfte der Befragten die IT-Ausstattung ihrer Schulen als ausreichend und technisch aktuell ein. Die Ergebnisse belegen jedoch auch, dass sich die Ausstattungskonzepte und die Nutzungshäufigkeit digitaler Medien im Unterricht von Land zu Land erheblich unterscheiden. In einigen Bundesländern geben bis zu 50 Prozent der Lehrpersonen an, nur selten die Computerkenntnisse ihrer Schüler zu fördern.

„Digitale Kompetenzen sind inzwischen eine Kulturtechnik wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Deswegen brauchen die Schulen ein Gesamtpaket, das sie umfassend unterstützt. Angefangen bei mediendidaktischen Unterrichtskonzepten über schulweite Medienkonzepte, die in den Lehrplänen verankert sind, bis hin zu moderner Geräteausstattung“, erklärt Professor Dr. Wolfgang Schuster, Vorsitzender der Telekom-Stiftung. „Durch die Ergebnisse des Länderindikators haben die handelnden Akteure in Bildungspolitik, Bildungsadministration und Praxis nun konkrete Ansatzpunkte, um den sinnvollen und selbstverständlichen Umgang mit digitalen Medien im Unterricht besser zu verankern.“

In der Spitzengruppe des Ländervergleichs liegen Bremen, Hamburg und Rheinland-Pfalz. Die untere Gruppe setzt sich zusammen aus Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Alle übrigen Länder sind in der Mittelgruppe.

Erarbeitet wurde die Studie von Wissenschaftlern der Technischen Universität Dortmund unter der Leitung von Professor Wilfried Bos. Er betont: „Bislang gab es keine Untersuchung zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht auf Länderebene. Das ist bemerkenswert. Denn der vorliegende Bundesländervergleich ist auf­grund der zahlreichen und unterschiedlich ausgestalte­ten Medieninitiativen in den einzelnen Bundesländern ein Thema, das für den Bereich der digitalen Medien zwar vielfach gewünscht, aber bisher nicht vorgenommen wurde.“

Nutzung digitaler Medien

In Bayern werden digitale Medien am häufigsten im Unterricht genutzt. 70 Prozent der Lehrer arbeiten mindestens einmal wöchentlich damit. In Rheinland-Pfalz liegt der Anteil bei 64 Prozent, in Schleswig-Holstein und Thüringen bei je 57 Prozent. Deutschlandweit kann auf ein schulinternes Medienkonzept, das etwa Ziele und Abläufe eines computergestützten Unterrichts definiert, knapp die Hälfte der Lehrkräfte zurückgreifen. Besonders häufig gibt es Medienkonzepte an Schulen in Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Thüringen.

Unterstützungsbedarfe

Rund 58 Prozent aller Befragten wünschen sich mehr Unterstützung für den Einsatz von Computern im Unterricht durch Fortbildungsangebote, Unterrichtmaterialien, Kooperationen im Lehrerkollegium, Unterstützung der Schulleitung oder Initiativen des Ministeriums. Am häufigsten äußerten die Lehrkräfte in Bayern, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit durchschnittlich fast 70 Prozent, dass sie solche Unterstützungsbedarfe haben.

Chancen und Risiken

Ein Großteil aller Lehrer sieht vor allem die Chancen digitaler Medien. Besonders optimistisch sind die Einschätzungen der Lehrer in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern. Anders in Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg: Hier beurteilen Lehrkräfte Medien mit größter Zurückhaltung. Insgesamt befürworten mehr als drei Viertel aller Befragten eine stärkere Vorbereitung auf den Einsatz digitaler Medien im Unterricht. Besonders in Berlin und Hessen wünschen dies viele Lehrkräfte – sowohl während der universitären Ausbildung  als auch in den Studienseminaren (jeweils über 86 Prozent).

Kompetenzen

Ausgehend davon, dass laut ICILS (International Computer and Information Literacy Study) 2013 fast 30 Prozent der Achtklässler nur über sehr rudimentäre Computerkenntnisse verfügen, interessierte im Rahmen des Länderindikators, wie Lehrer die digitalen Kompetenzen ihrer Schüler fördern. Hierbei schneiden Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz besonders gut ab. In Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt hingegen thematisieren Lehrkräfte nur selten IT-bezogene Kompetenzen.

Alle Ergebnisse der Studie sind in einer Publikation zusammengefasst, die im Internet abrufbar ist unter www.telekom-stiftung.de/schuledigital15 
Die Grafik zum Länderindikator im Überblick ist zur freien Verfügung in einem Zip-Archiv als eps- und jpg-Datei hier abgelegt

 

Pressekontakt: 

Deutsche Telekom Stiftung
Konrad Hünerfeld
Tel.: 0228 181 92031
E-Mail: k.huenerfeld@telekom.de

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