Erfolgreiche Kita-Projekte aus der Welt von Zahlen, Natur und Technik ausgezeichnet - 18 Preisträger gewinnen insgesamt über 20.000 Euro - Fachjury bewertet Praxistauglichkeit und Übertragbarkeit der Wettbewerbsbeiträge
Bonn, 24. November 2006: Ein Kinderlabor, der „Kid’s Park“ und ein „Licht-Kinder-Regenrinnen-Super-Spielhaus“ belegen die drei ersten Plätze im Kita-Wettbewerb der Deutsche Telekom Stiftung und werden für ihr Engagement als „Forschkönige“ ausgezeichnet. Alle Projekte bieten Kindern nicht nur besonders vielfältige Möglichkeiten für aktives und forschendes Lernen in der Welt von Zahlen, Natur und Technik, sondern lassen sich auch auf andere Einrichtungen übertragen. So lautet das Urteil der Expertenjury, die insgesamt 18 Preisträger aus bundesweit knapp 170 Einsendungen auswählte. Die Gewinner erhalten rund 20.000 Euro. Der Wettbewerb ist Bestandteil des Stiftungsprojekts „Natur-Wissen schaffen“.
„Die Bandbreite der eingesandten Beiträge zeigt, dass einfache mathematisch-naturwissenschaftlich-technische Inhalte bereits im Kindergarten erfolgreich vermittelt werden können“, erklärt Ekkehard Winter, Geschäftsführer der Deutsche Telekom Stiftung anlässlich der Preisverleihung. „So werden Weichen für die künftige Entwicklung gestellt und Kompetenzen vermittelt, auf die die Kinder aufbauen können. Mit der Dokumentation der Beiträge wollen wir dazu beitragen, diese erfolgreiche Praxis in die Breite zu tragen.“
Die Preisträger:
Platz 1 belegt der Integrative Kindergarten St. Monika aus Lüdinghausen mit dem Projekt „Von der Versuchsvorführung zur freien Laborzeit - die Einrichtung eines Kinderlabors“. Im Kinderlabor setzen sich die Kinder vor allem mit naturwissenschaftlichen und einfachen technischen Phänomenen auseinander. So werden zum Beispiel Naturphänomene erforscht und dabei Themenkomplexe wie der elektrische Strom in unterschiedlichen Schwierigkeits- und Komplexitätsgraden untersucht. Überzeugt hat die Jury, dass die Kinder beim Entdecken und Experimentieren zwar fachliche Unterstützung erhalten, sich aber im Wesentlichen selbst als Akteure ihrer Handlungen wahrnehmen und ihre eigenen „Forschungshypothesen“ überprüfen und weiterentwickeln. Dies gelinge vor allem dadurch, dass die Auseinandersetzung mit den Naturwissenschaften Bestandteil der täglichen pädagogischen Arbeit sei, so das Urteil.
Platz 2 vergab die Expertenjury an die KTH St. Johannes Arsten in Bremen für den Wettbewerbsbeitrag „Kid’s Park am Beispiel Kasimir's Backstube“. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Alltagswelt der Kinder. In verschiedenen Projekten wie der Backstube oder einer Gärtnerei wird der Prozess von der Herstellung bis zum Verkauf eines Produkts entwickelt und umgesetzt. Dabei werden vor allem mathematische Zusammenhänge wie Zahlen- und Größenverhältnisse erlebbar. Besonders positiv bewerteten die Juroren die enge Vernetzung der Kita mit Grundschulen und die Integration des Elternhauses.
Mit Platz 3 belohnten die Gutachter den Beitrag der Evanglischen KiTa Freilassing: Das „Licht-Kinder-Regenrinnen-Super-Spielhaus“ ist Ausgangspunkt für das Beobachten, Vergleichen und Bewerten von Naturphänomenen und Technik. Hier erfahren die Kinder zum Beispiel etwas über die Wirkung von Sonnenlicht oder lernen durch den Umgang mit Werkzeug technische Zusammenhänge kennen. Das Projekt zeichnet sich besonders durch die enge Einbindung der Elternhäuser und die Integration von Kindern mit Entwicklungsrückständen oder Migrationshintergrund aus. Ihre Kompetenzen werden durch die Interaktion mit anderen Kindern, selbständiges Experimentieren und die Bewältigung einfacher technischer Aufgaben vielfältig gesteigert.
Die Forschkönige aus Lüdinghausen erhalten für ihren 1. Platz 6.000 Euro. Der 2. Preis ist mit 4.000 Euro dotiert, der 3. Preis mit 2.000 Euro. Die Plätze 4 bis 18 erhalten jeweils 500 Euro.
Informationen zu allen prämierten Projekten finden sich im Internet unter www.telekom-stiftung.de/wettbewerb.
Die prämierten Konzepte werden mit erläuternden Texten, Fotos und Grafiken so aufbereitet, dass sie anderen interessierten Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden können. Sie werden damit Bestandteil der Informationsmaterialien, die die Stiftung im Projekt „Natur-Wissen schaffen“ entwickelt. Das Projekt unterstützt Erzieherinnen und Erzieher bei der Vermittlung früher Kompetenzen in Mathematik, Naturwissenschaften und Technik. „Natur-Wissen schaffen“ wird an der Universität Bremen unter Leitung von Prof. Wassilios Fthenakis durchgeführt.
Matthias Adam
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