Deutsche Telekom Stiftung tagte in Berlin zur Förderung von Mathematik und Naturwissenschaften im Kindesalter"Deutschlands Kinder werden in den Bildungseinrichtungen chronisch unterfordert". Mit diesem Satz brachte Wassilios E. Fthenakis eine der zentralen Aussagen des Symposiums "Voneinander lernen - Schule gemeinsam besser machen" auf den Punkt. Der Professor für Entwicklungspsychologie und Anthropologie an der FU Bozen und Direktor des Staatsinstituts für Frühpädagogik der LMU München, war Auftaktredner des Fachkongresses, das von der Deutsche Telekom Stiftung am 16. November 2004 in Berlin veranstaltet wurde. Zum Symposium konnten rund 130 Teilnehmer begrüßt werden.
Unter Leitung von Dr. Ekkehard Winter, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und künftig Geschäftsführer der Deutsche Telekom Stiftung, diskutierten Bildungs-Experten aus ganz Deutschland die Frage, wie Interesse und Begeisterung für Naturwissenschaften und Mathematik vom frühen Kindesalter an geweckt werden kann und wie die vorbildliche Vermittlung der Inhalte aussehen sollte. Die Fachleute nannten neben der chronischen Unterforderung vor allem die falsche Ansprache der Kinder als Ursache für die weitverbreitete Abneigung gegenüber Naturwissenschaften und Mathematik. Es gehe darum, die Kinder zu ermutigen, Dinge auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu machen. An die Lehrer und Eltern gewandt, betonten die Referenten die Notwendigkeit, den Kindern genau zuzuhören und deren Lösungswege genau anzuschauen und nicht gleich als falsch abzutun.
Dr. Klaus Kinkel, Vorsitzender der Deutsche Telekom Stiftung, machte deutlich, dass es trotz aller Kritik am Bildungssystem und der zu geringen Bedeutung der naturwissenschaftlichen Bildung im Kindesalter dennoch zahlreiche gute Beispiele gebe, wie Erziehung in Kindertagesstätten und Unterricht in Schulen modern, innovativ und kindgerecht - und damit besser gemacht werden kann. Dies zu belegen und ein positives Zeichen zu setzen, sei eines der wesentlichen Ziele des Symposiums. So stand die Präsentation von Best-Practice-Beispielen im Zentrum des Symposiums.
Zum Kreis der Referenten zählten Dr. Salman Ansari, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Odenwald-Schule in Heppenheim, Prof. Dr. Dr. Dr. Wassilios E. Fthenakis, Direktor des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München und ordentlicher Professor für Entwicklungspsychologie und Anthropologie an der Freien Universität Bozen/Italien, Dr. Rudolf Herbers, stellvertretender Leiter des "teutolab chemie" in Bielefeld, Prof. Dr. Kornelia Möller, geschäftsführende Direktorin des Seminars für Didaktik des Sachunterrichts an der Westfälische Wilhelms-Universität in Münster, Prof. Dr. rer. nat. Hartmut Spiegel, Professor für Mathematik an der Uni Paderborn sowie Sonja Stuchtey, Geschäftsführerin von Science-Lab, München.
Auch die Referenten waren sich einig, dass es gute Ansätze und Initiativen zur Verbesserung der frühen naturwissenschaftlichen Bildung in Deutschland gibt, dass aber immer noch zu wenig getan wird. Zudem herrschte Konsens darüber, dass es im Wesentlichen weniger um die Vermittlung von Wissen, als um die Entwicklung von Kompetenzen gehe - denn insbesondere beim Wissenstansfer und der Anwendung von erworbenen Wissen, hinken die Schülerinnen und Schüler in Deutschland hinterher. Diese wie auch die weiteren Erkenntnisse wird die Deutsche Telekom Stiftung aufgreifen, analysieren und in die weitere programmatische Ausgestaltung einfließen lassen.
Die im Februar 2004 gegründete Deutsche Telekom Stiftung arbeitet mit dem Ziel, Bildung, Forschung und Technologie am Standort Deutschland und als Mittel der europäischen Integration zu fördern und die Entwicklung einer vernetzten Wissens- und Informationsgesellschaft national und international mitzugestalten. Die Stiftung will den Technologiestandort Deutschland voranbringen und einen spürbaren Beitrag zur Verbesserung des Innovationsklimas im Land leisten. Um auch künftig innovative Produkte und Leistungen hervorzubringen, ist Deutschland auf ein hohes Bildungsniveau und gut ausgebildete Menschen angewiesen. Im Fokus der Projektarbeit der Stiftung steht deshalb die Verbesserung der mathematisch-naturwissenschaftlichen und technischen Bildung in Kindergarten, Vorschule und Grundschule über die weiterführende Schule bis hin zu den Universitäten und Fachhochschulen, um über eine substantielle Breitenförderung die Grundlage für kontinuierliche Spitzenleistungen zu schaffen.
Matthias Adam
Tel.: 0228 - 181 92015
Fax: 0391 - 5801 22842
E-Mail: Matthias.Adam@telekom.de
