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Drittes Magenta-Sofa in Berlin

27.04.2012

Wie können die Bürger an Innovationen beteiligt werden? Wie viel Risiko und wie viel Freiheit gehören zu einer innovativen Gesellschaft? Diese und viele weitere Fragen rund um das Thema Innovation wurden am Montag in Berlin auf Einladung der Deutsche Telekom Stiftung diskutiert. Auf dem Magenta-Sofa nahmen diesmal Telekom-Vorstand Manfred Balz, der Schweizer Botschafter Tim Guldimann, Designforscherin Gesche Joost von der Universität der Künste und Jürgen Zöllner, Vorstand der Berliner Einstein-Stiftung, Platz.

Vor mehr als 200 Gästen ging es in der Hauptstadtrepräsentanz zum Beispiel um die Frage, wie ein Konzern wie die Deutsche Telekom Innovationen fördert – für das eigene Geschäft, aber auch – etwa durch die Telekom-Stiftung - in der Gesellschaft. Datenschutz-Vorstand und Stiftungskurator Manfred Balz erläuterte, die Telekom gehe angesichts des beschleunigten Strukturwandels der Telekommunikationsbranche neue Wege bei der Entwicklung und der Organisation von Innovationen, etwa durch neuartige Formen der Zusammenarbeit mit Start-ups im Internetgeschäft. Innovationsbereitschaft und Kreativität würden durch eine Stärkung der Bürgergesellschaft begünstigt. Sie erfordere einen wirksamen Schutz der Privatsphäre ebenso wie ein Klima der Offenheit und Partizipation.

Erörtert wurde dann die Innovationsstärke der Schweiz. Das Land liegt unter anderem im Innovationsindikator, einer jährlich veröffentlichten Studie der Telekom-Stiftung und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, regelmäßig auf den vorderen Plätzen. Botschafter Tim Guldimann erklärte den großen Innovationserfolg seines Landes mit der „Autoritätsskepsis“ der Bürger. In der Alpenrepublik herrschten flachere Hierarchien und jeder einzelne verfüge über mehr individuelle Entscheidungsfähigkeit, so Guldimann. Diese Freiheit sei eine wichtige Grundlage für ein innovationsfreundliches Klima.

Jürgen Zöllner ergänzte, in anderen Ländern gebe es eine größere Offenheit gegenüber Problemen. Deutschland habe keine „Kultur des Scheiterns“ und die Bürger damit auch eine vergleichsweise geringe Risikobereitschaft. Diese sei aber sehr hilfreich, um Innovationen hervorzubringen. Die Beteiligung der Bürger spiele bei ihren Forschungen eine entscheidende Rolle, verdeutlichte Gesche Joost, Leiterin verschiedener Forschungsprojekte in den T-Laboratories. Jeder Mensch sei auf irgendeinem Gebiet Experte und diese Expertise könne man sich bei der Entwicklung neuer Ansätze zu Nutze machen, so die Designforscherin. Stiftungsvorsitzender Klaus Kinkel lobte in seinem Schlusswort das Internet als Grundlage für innovative Lehr- und Lernformen und verwies dabei auf die Aktivitäten der Stiftung zur Medienbildung an Kindergärten und Schulen.

Das nächste Magenta-Sofa findet am 3. September in Hamburg statt. Einer der Talkgäste ist dann Telekom-Vorstand Reinhard Clemens.


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