Ohne ihn wären Flugzeuge vielleicht immer noch „lahme Enten“: Hans Joachim Pabst von Ohain läutete mit der Erfindung des Strahltriebwerks nicht weniger als das Jetzeitalter ein.
Quellen berichten, dass er 1933 als 22-jähriger Physikstudent und begeisterter Segelflieger zum ersten Mal mit großer Vorfreude in eine Propellermaschine stieg. Seine hohen Erwartungen aber wurden schwer enttäuscht. So soll das Flugzeug in der Luft wie ein Pferdefuhrwerk geholpert haben. Grund genug für den jungen Physiker, selbst tätig zu werden. Er tüftelte unermüdlich an einer Möglichkeit, die Maschine schneller und eleganter schweben zu lassen. Schließlich hatte er die zündende Idee: Mit einem Rückstoßprinzip könnte es gehen. Dafür muss ein heißer Abgasstrahl das Flugzeug antreiben. Ein entsprechendes Düsentriebwerk saugt die Umgebungsluft an, verdichtet, erwärmt und vermischt sie – und zündet das Gemisch. Diese heiße ausstretende Luft dient dann als Rückstoß und verleiht dem Flugzeug eine viel höhere Geschwindigkeit.
Neben dem deutschen Physiker arbeiteten auch andere Wissenschaftler wie Frank Whittle eigenständig an der Entwicklung, aber von Ohain konnte die Idee des Düsentriebwerks als erster vollständig umsetzen. Am 27. August 1939 hob schließlich das weltweit erste Düsenflugzeug, die Heinkel He 178, vom Rollfeld ab und kehrte unbeschadet wieder zurück. Seine Erfindung trieb von Ohain dann nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA u. a. als Direktor des Air Force Aeronautical Research Laboratory entscheidend weiter.

Marion Ayasse
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