Deutsche Telekom Stiftung setzt erfolgreiches Konzept um
Förderung benachteiligter Grundschulkinder durch Forschen und Experimentieren
„Praxistaugliches Modell“ kann Schule machen
„Der Zusammenhang von Herkunft und Bildungserfolg ist ein Kernproblem des deutschen Bildungssystems. Mit unserem Projekt Forscher Ferien haben wir ein praxistaugliches Lösungsmodell geschaffen“, erläutert Dr. Ekkehard Winter, Geschäftsführer der Stiftung. „Institutionen, die das Modell übernehmen wollen, beraten wir gerne.“ Die kurz- und langfristigen Effekte der Forscher Ferien untersuchte Professorin Cornelia Gräsel von der Universität Wuppertal. Wesentliche Ergebnisse sind: Die Teilnehmer der Forscher Ferien beschäftigen sich auch in ihrer Freizeit eher mit Naturwissenschaften als Kinder, die an keiner oder einer alternativen Ferienfreizeit teilgenommen haben. Die Ferienforscher selbst bewerten das Angebot sehr positiv und würden es jederzeit wieder annehmen. Besonders Mädchen profitieren bei der Entwicklung ihrer naturwissenschaftlichen Kompetenzen von den Forscher Ferien.
Alltagsthemen in Hochschullaboren erforscht
In den Sommerferien experimentierten die Kinder an der Ruhr-Universität Bochum und an der Christian-Albrechts-Universität Kiel in den Hochschullaboren zu alltagsbezogenen Themen wie zum Beispiel „Die Milch macht`s“ oder „Vom Feld auf den Frühstückstisch“ oder „Der Traum vom Fliegen“. Außerdem unternahmen sie Ausflüge zu Museen oder Forschungseinrichtungen. Nach den Ferien vertieften die Schüler das Erlebte in einer Naturwissenschafts-AG an ihrer Grundschule. In Bochum gab es zusätzlich Forscher Ferien für ehemalige Teilnehmer, das Alumni-Camp. Professorin Katrin Sommer, die Didaktik der Chemie an der Ruhr-Universität Bochum lehrt und dort das Projekt leitete, betont: „Knapp 60 Prozent der Kinder nahmen das wiederum freiwillige Angebot der Forscher Ferien für Ehemalige wahr. Ihre erneute Teilnahme ist ein eindrucksvoller Beleg für den Erfolg des Konzeptes.“ Die Forscherferien endeten in Bochum im Herbst 2010.
Ausgewählter Ort im Land der Ideen 2010
Initiator des Konzepts und Leiter der Forscher Ferien an der Universität Kiel ist Professor Reinhard Demuth vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN). Hier endete das Programm wie vorgesehen bereits im Sommer 2009. 2010 wurde das Projekt am Standort Kiel durch die Initiative „Deutschland - Land der Ideen“ als „Ausgewählter Ort“ im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet. Die Initiative, die von der Bundesregierung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sowie führenden Unternehmen getragen wird, würdigt Beispiele für Zukunftsfähigkeit, Mut, Engagement und Kreativität der Menschen im Land.
Projektdokumentation erhältlich
Das Konzept sowie die Erfahrungen und Erkenntnisse aus fünf Jahren Projektarbeit sind in einer Dokumentation festgehalten. Für interessierte Partner, die das Projekt an ihrem Standort umsetzen möchten, ist dieser bei der Telekom-Stiftung kostenlos erhältlich. Die Dokumentation erläutert, welches didaktische Konzept dahinter steckt, wie die Umsetzung gelungen und zu welchen Ergebnissen die wissenschaftliche Begleitforschung gekommen ist. Auf der Fachtagung an der Ruhr-Universität Bochum diskutierten die Projektbeteiligten ihre Ergebnisse und Erfahrungen mit Vertretern von Universitäten sowie Lehrkräften und Experten aus Bildungspolitik und Bildungsadministration.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Katrin Sommer
Didaktik der Chemie
Fakultät für Chemie und Biochemie der RUB
Tel. 0234/32-27522
E-Mail: katrin.sommer@rub.de
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