Frau Sachse, als „Stadt der jungen Forscher 2011“ wird Kiel von den Stiftungen bis zu 65.000 Euro für Projekte erhalten, die Schulen, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbringen. Wie werden Sie das Geld ausgeben?
Die gesamte Fördersumme geht an Schulen, die von uns für gute Ideen mit maximal 5.000 Euro pro Projekt belohnt werden. Wir suchen spannende Forschungsthemen aus allen Gebieten – das können Projekte aus dem mathematischen oder dem naturwissenschaftlichen Umfeld sein, aber auch geistes- und kulturwissenschaftliche Fragestellungen. Wichtig ist, dass die Schulen im Projekt mit wissenschaftlichen Einrichtungen aus Kiel und/oder Unternehmen zusammenarbeiten. So wird das Ziel des Wettbewerbs erreicht, Schulen mit Wirtschaft und Wissenschaft erfolgreich zusammenzubringen.
Neben der Fördersumme der Stiftungen stehen weitere 30.000 Euro von der Stadt selbst zur Verfügung, um Kiel als “Stadt der jungen Forscher“ zu präsentieren. Das ist angesichts leerer Kommunalkassen beachtlich …
Der Arbeitschwerpunkt „Stadt der jungen Forscher“ wird von der Landeshauptstadt Kiel sogar darüber hinaus aktuell durch den Einsatz eines Mitarbeiters verstärkt. Außerdem ist es uns schon in der Bewerbungsphase gelungen, bei zwei Stiftungen in Kiel etwas mehr als 20.000 Euro als Fördermittel einzuwerben. Das zeigt, wie ernst wir es hier in Kiel meinen, wenn es darum geht, junge Menschen für Wissenschaft zu begeistern. Den Sieg mit unserer Bewerbung haben wir dabei auch unseren zahlreichen Kooperationspartnern zu verdanken. Gemeinsam mit ihnen wollen wir erreichen, dass sich die intensive Zusammenarbeit, die es in unserer Stadt schon auf zahlreichen Gebieten gibt, noch verbessert. Es gibt bereits eintägige bis mehrwöchige Praktika für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte in Forschungslaboren. Es gibt Jahresarbeiten, Exkursionen, Schülerkongresse, Sommerschulen, Vortrags- und Informationsveranstaltungen, Studieninformationstage und vieles mehr. Das alles wollen wir auch weiterhin anbieten und 2011 neben den aktuellen Schulprojekten als „Stadt der jungen Forscher“ öffentlich präsentieren.
„Mit dem Forschungsschiff auf Expedition durch Kieler Schulen“ lautet das Motto Ihres Konzepts. Was genau verbirgt sich dahinter?
Das Schiff ist eine Metapher, passt aber natürlich sehr gut zu einer Küstenstadt und ihrem Umland. Wir stellen uns vor, dass sich die Schulen mit ihren Projektideen zu kleinen „Häfen“ entwickeln, an denen wissenschaftliche Fragestellungen verfolgt werden. Dabei kann sich eine Schule auch mit mehreren Anträgen bewerben. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler aller Schularten ab Klasse 8. Da die Projekte langfristig angelegt sein müssen, wollen wir so nicht nur die Grundlage für dauerhaftes Interesse schaffen, sondern auch für ein Netzwerk mit längerfristigen Kooperationen zwischen Schule, Wirtschaft und Wissenschaft.
Unsere Reise mit dem Forschungsschiff soll im Mai 2011 nicht zu Ende sein. Nach dem Wissenschaftsfestival soll unser Forschungsschiff weiter durch Kiel touren und die Ergebnisse der einzelnen Schulprojekte auch anderen Schulen bringen. Damit sollen sie zur Nachahmung angeregt werden oder es entstehen spannende Ideen für ganz neue Projekte.
Weitere Informationen zum Bewerbungsstart 2012 und zum Projekt „Stadt der jungen Forscher“ gibt es unter www.stadt-der-jungen-forscher.de.
Johannes Schlarb
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